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Welches Gemüse kann wann abgeholt werden?

Die Mitglieder des Vereins bekommen von „ihrem Hof“ in Radebeul frisch geerntetes, saisonales Bio-Gemüse und frische Bio-Kräuter in großer Sortenvielfalt. Im Winter auch Bio-Gemüse, welches eingelagert ist. Außerdem Bio-Kartoffeln von Johann Franz. Alles unverpackt.

Angebaut wird das Gemüse, wenn es in Radebeul am besten wächst. Im Winter reifen in Radebeul weder Tomaten noch Gurken, im Sommer weder Grünkohl noch Rosenkohl. Wenn das Gemüse reif ist, gibt es davon „in Hülle und Fülle“.

Beim Anbau wird auf Pestizide und synthetische Dünger verzichtet. Genutzt wird nur samenfestes Saatgut. Gentechnisch verändertes Saatgut und Hybridsaatgut wird nicht genutzt.

Die Mitglieder bekommen möglichst alles geerntete Gemüse in die Depots zum Abholen. Nicht transportables Gemüse wird auf dem Hof montags bisfreitags für das Mittagessen des Hofteams sowie im Rahmen von Mitmachtagen verarbeitet. Nicht verarbeitbares Gemüse wird kompostiert und in den Hofkreislauf zurück geführt.

Was ist ein Ernteanteil?

Vom Hofteam des deinHof e. V. wird auf dem Hof in Radebeul jede Woche die Ernte für die Depots in Radebeul und Dresden aufgeteilt/gepackt. In jedem Depot gibt es wöchentlich einen aktuellen Erntezettel an dem sich die Mitglieder bezüglich Entnahme des Gemüses orientieren. Wer ein Gemüse nicht mag, kann es für andere Abholende in eine Geschenkekiste legen.
Laut Mitgliederumfragen reicht ein Ernteanteil für zwei bis drei Menschen, die oft Gemüse essen. WICHTIG! Es gibt im Rahmen des deinHof e. V. keine gepackten Kisten für die Mitglieder. Jedes Mitglied muss das Gemüse selbst im Depot packen und eigene Beutel, Körbe oder Kisten mitbringen.
Nachfolgend ist ein Beispiel-Ernteanteil je Monat aufgelistet:

Wer entscheidet was angebaut wird?

Das Hofteam plant den Anbau mit Sorten und Mengen. Dabei entscheiden sie nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu Ertrag, Geschmack, Pflegeaufwand, etc. und den Bedürfnissen und Anregungen der Mitglieder. Das Feedback der Mitglieder wird zwei mal jährlich durch Umfragen eingeholt und in der Anbauplanung mit berücksichtigt.

Was ist ein Budget? Was ist sind Beitragsrunden? Was ist dein finanzieller Beitrag?

Vom Team Finanzen wird am Endes jedes Jahres das notwendige Gesamtbudget für die kommende Solawi-Saison errechnet. Dieses Budget wird benötigt für die ökologische Bewirtschaftung/Gestaltung des Hofes (dazu gehören der ökologische Gemüseanbau, Kauf von Saat- und Pflanzgut, Lohn für das Hofteam, Kauf/Reparatur von Technik/Ersatzteilen/Zubehör, Pflege bzw. Verbesserung der Infrastruktur des Hofes u.v.a.m.) sowie Miete für die Depots, das wöchentlich gemietete TeilAuto zum Beliefern der Depots, Ausgaben für den Druck von Flyern u.v.a.m. – dies wird von allen Mitgliedern gemeinsam und solidarisch finanziert.
Im Januar wird im Rahmen einer regulären Mitgliederversammlung die Planung für die kommende Solawi-Saison vorgestellt und die damit verbundenen Ausgaben werden transparent erklärt. Dadurch bekommen alle Mitglieder einen umfangreichen Einblick, welches Gesamtbudget benötigt wird und welcher monatliche Durchschnittsbeitrag sich als Orientierungswert ergibt.
Anfang März findet die „große Mitgliederversammlung“ mit Beitragsrunden statt, zu der alle Haupt- und erweiterten Mitglieder eingeladen sind (auch Menschen, die keine Mitglieder sind, sondern „nur“ Gemüse mitessen/mitabholen sind dazu eingeladen). Um das Gesamtbudget zu erreichen, gibt im Rahmen der Beitragsrunden jedes Mitglied einen selbst festgelegten monatlichen Beitrag als „Gebot“ ab. Dabei gibt jedes Mitglied soviel es kann bzw. möchte und berücksichtigt dabei individuell den Wert des Hofes und die Art des Wirtschaftens. Wenn in der ersten Beitragsrunde nicht das insgesamt benötigte Budget zusammenkommt, finden weitere Beitragsrunden statt.
Den selbst festegelegten finanziellen Beitrag zahlt jedes Mitglied verbindlich als Mitgliedsbeitrag monatlich oder einmalig als Gesamtbeitrag für die jeweilige Saison.

Wie kommt das Gemüse vom Hof in die Depots?

Jede Woche am Montag oder Dienstag bekommen alle Mitglieder per E-Mail einen „Erntebrief“ vom Hofteam. In diesem gibt es Informationen bezüglich Ernte, Projekten, bevorstehenden Terminen, Mitmachtagen sowie Unterstützungs-/Hilfebedarf.
Das Gemüse wird auf dem Hof in Radebeul vom Hofetam für die einzelenen Depots gepackt und jeden Mittwoch von einem Fahrer (im Sommer oftmals von zwei) von Radebeul nach Dresden in die Depots gebracht. In den Depots können die Mitglieder dann das Gemüse abholen.

Wo gibt es Depots?

Depots gibt es in:

Radebeul
(direkt auf dem Hof, nahe der Eisenbahnbrücke Niederwartha) I barrierearm

Dresden
in den Stadtteilen
° Äußere Neustadt (zwischen Bischofsweg und Bautzner Straße, in der Nähe des Diakonissenkrankenhauses) I 1 x barrierearm, 1 x nicht barrierefrei
° Innere Neustadt (nahe Albertplatz) I nicht barrierefrei
° Leipziger Vorstadt (in der Nähe des VG-Marktes Friedenstraße) I nicht barrierefrei
° Pieschen-Nord (im Zentralwerk) I nicht barrierefrei (2. Obergeschoss)
° Striesen-Süd (in der Nähe des Großen Gartens/der Stübelallee) I barrierearm
° Trachau (nahe Endhaltestelle Wilder Mann) I barrierearm
° Wilsdruffer Vorstadt/Löbtau (in der Nähe des World-Trade-Centers, beim Rosenwerk) I nicht barrierefrei

Wie funktioniert ein Depot?

Jedes Depot ist individuell. Die Gemeinsamkeit ist, dass es in allen Depots jede Woche einen aktuellen Lieferzettel gibt, auf dem Informationen zum Gemüse und zur Abholung (inkl. maximale Abolmengen) stehen. Unterschiedlich sind die Abholzeiten und die Organisation, weil alle Depots „selbstorganisierte“ Orte sind. „Selbstorganisation“ bedeutet, dass die Mitglieder des deinHof e. V., die jeweils ein Depot nutzen, das Depot selbst organisieren (z. B. bezüglich Sauberkeit, Aufräumen nach der Gemüseabholung, Depotreffen, Absprachen Raumvermietung usw.). Jeweils ein Mitglied plus eine Vertretung koordinieren jeweils ein Depot, helfen den anderen bei Fragen innerhalb des Depots (zum Beispiel die Gemüseabholung betreffend). Wie die Mitglieder eines Depots miteinander kommunizieren, wird imnerhalb eines Depots besprochen (je nachdem worauf sich geeinigt worden ist, zum Beispiel per Mailingliste, Messenger, Treffen, Aushänge im Depot usw.).

Mitwirken und Mitarbeiten

Die solidarische Gemüsekoop deinHof lebt neben den monatlichen finanziellen Beiträgen der Mitglieder auch durch die aktive Beteiligung dieser. Der Wunsch des Hof- und Vorstandsteams ist deswegen, dass Mitglieder nicht nur Gemüse in den Depots abholen, sondern sich darüber hinaus auch an der solidarischen Gemüsekoop beteiligen. Dafür gibt es mehrere Optionen:

Teilnahme an Umfragen

Teilnahme an Mitmachtagen
Schön wäre, wenn jedes Hauptmitglied und auch die erweiterten Mitglieder je Saison an zwei Mitmachtagen auf dem Hof in Radebeul teilnehmen würden, um einen Bezug zum Hof und dem Hofteam zu haben.
Mitmachtage gibt es mehr oder weniger regelmäßig. Das Hofteam legt dafür verschiedene gärtnerische Aufgaben in Abhängigkeit vom Arbeitsplan und den Wetterbedingungen fest. Die Teilnahme an einem Mitmachtag ist eine tolle Gelegenheit mit dem Hofteam und anderen Mitgliedern des deinHof e. V. in Kontakt zu kommen, den Hof anzuschauen und mehr zu erfahren.

Die Mitmachtag-Termine sind im Kalender zu finden. Gewünscht ist die Anmeldung der Teilnahme per Kalender, damit das Hofteam planen kann.

Das Mittagessen im Rahmen der Mitmachtage ist meistens vegan, einiges auch vegetarisch. Zubereitet wird es vor Ort von einige Mitgliedern. Gern kann auch etwas mitgebracht werden. Gegessen wird gemeinsam.

Es wird empfohlen dem Wetter angepasste Kleidung und feste Schuhe mitzubringen (Arbeitshandschuhe und verschiedene Arbeitskleidung gibt es zur freien Verfügung auf dem Hof).

Hilfe bei der Organisation
Die organisatorische und administrative Projekt- und Vereinsarbeit findet in Teams (->Wie ist deinHof organisiert) statt. Sollten die Teams Unterstützung benötigen, gibt es dazu einen Aufruf per Erntebrief. Wer Zeit und Interesse hat, kann sich melden und bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein.

Unterstüzung/Hilfeaufrufe
Auf dem Hof gibt es ab und zu konkrete Aufgaben, die Spezialwissen voaussetzen (z.B. IT, Recht, Bauprojekte). Diese werden per Erntebrief bekannt gegeben. Jedes Mitglied kann sich melden, wenn es diesbezüglich Kompetenzen hat und mithelfen möchte.

Wie ist der Verein organisiert?

Der deinHof e. V. ist ein nicht-gemeinnütziger Verein, der von den Mitgliedern gestaltet und organisiert wird. Orientiert wird sich bei allen Entscheidungen am Prinzip der Soziokratie. Die Basis des Vereins sind die Mitglieder. Diese beteiligen sich an Umfragen, Mitgliederversammlungen und Beitragsrunden und stimmen über wichtige Belange ab. Wichtig ist auch das Miteinander innerhalb der selbstorganisierten Depots.

Für alle Belange des laufenden Betriebs wird sich in Teams organisiert:

  • Mitglieder: Mitgliederverwaltung
  • Kommunikation: interne & externe Kommunikation
  • Hof: Anbau, Gemüseauslieferung, Hofgelände
  • Personal: Personalthemen
  • Finanzen: Überblick Finanzen & Erstellung des Gesamtbudgets für jeweils eine Saison

Die Teams treffen alle Entscheidungen im alltäglichen Arbeitsablauf selbst. Entscheidungen die auch andere Teams betreffen oder größere Auswirkungen haben werden in das Vorstandstreffen getragen. Hier beraten und entscheiden die Vorstände der Teams (und weitere Personen die Expertise oder Betroffenheit zu den jeweiligen Themen haben). Alle Entscheidungen die große Veränderungen für den Verein bedeuten (z.B. Bau eines weiteren Hofgebäudes oder Änderung der Satzung) werden in einer Mitgliederversammlung besprochen, zu der rechtzeitig eingeladen wird.

Woher kommt das Saat- und Pflanzgut? Erzeugt der Verein selbst Saatgut?

Das Saatgut wird von der Bingenheimer Saatgut AG (Hessen), der Sativativa Biosaatgut GmbH (Baden-Württemberg), der ReinSaat GmbH (Österreich) sowie regional von der Johannishöhe (Tharandt) und von Albrecht Vetters (Dürrröhrsdorf-Dittersbach/Ortsteil Wilschdorf) gekauft. Nur in Ausnahmefällen und für besondere Sorten wird selbst Saatgut erzeugt (z. B. Weiße Bete, Wintersalat) und Pflanzgut (z. B. Knoblauch). Es wird ausschließlich mit samenfesten Sorten gearbeitet. Dies gilt auch für den Zukauf von Jungpflanzen, welche größtenteils von der Bio-Gärtnerei Watzkendorf GmbH (Mecklenburg-Vorpommern) und regional von Albrecht Vetters (Dürrröhrsdorf-Dittersbach/Ortsteil Wilschdorf) bezogen werden.

Seit 2017 engagiert sich der Verein bzw. das Hofteam in Sortenerhaltungs- und Vermehrungsprojekten. Seitdem gibt es eine enge Kooperation mit dem VERN e. V. und mit dem Kultursaat e. V. Seit Januar 2020 ist der Verein Träger eines von drei Saatgutstipendien des ProSpecieRara e. V. – Ziel ist es regionale samenfeste Sorten wieder „auf die Teller“ zu bringen.

Wird der verstärkte Einsatz von alten Sorten geplant? Welche Rolle spielt biologische Vielfalt?

Vielfalt ist uns wichtig und willkommen und gleichzeitig muss auch den Anforderungen eines nicht mehr ganz kleinen Gemüsebaubetriebes genüge getan werden. Nicht alle alte Sorten bringen Vorteile, häufig sind auch Neuzüchtungen alten Sorten vorzuziehen, zum Beispiel wenn diese bessere Eigenschaften für den Anbau haben, höhere Erträge oder einen besseren Geschmack. Es können aber auch alte Sorten weiterentwickelt und an heutige Bedürfnisse angepasst werden. Der Begriff „alte Sorte“ ist nicht genau definiert, was so manche Aussagen dazu erschwert. Bisher fehlte die Zeit zu genauen Recherchearbeiten und von den Saatgutherstellern werden in der Regel keine Angaben über das Alter einer Sorte bereit gestellt. Neben alten Sorten interessieren uns auch regionale Sorten, die hier gezüchtet oder lange Zeit im Dresdner Raum angebaut wurden und im wahrsten Sinne des Wortes hier verwurzelt sind. Sowohl hinsichtlich alter als auch regionaler Sorten ist die Zusammenarbeit mit der Johannishöhe und Albrecht Vetters für uns sehr wertvoll, da beide genau nach solchen Sorten suchen, sie pflegen und vermehren. Außerdem sind wir seit 2018 an einem Projekt des VERN e.V. beteiligt, in welchem es u.a. darum geht ausgewählte alte Sorten für den Anbau und die Vermarktung zu prüfen. Zudem arbeiten wir seit 2019 mit Kultursaat e.V., die sich um die Neuzüchtung Samenfester Sorten kümmern, zusammen.

Folgende Sorten aus unserem Anbau haben einen historischen oder regionalen Hintergrund:
° Blatt-Rote-Bete „Non Plus Ultra“,
° Knoblauch „Radeberger“,
° Weiße Bete „Albina Verduna“,
° Zwiebeln „Dresdner Plattrunde“.

Was wird gegen Pflanzenkrankheiten & Schädlinge gemacht?

An erster Stelle steht der vorbeugende Pflanzenschutz. Wichtige Elemente davon sind eine weite Fruchtfolge, eine ausgewogene Düngung und der Einsatz von Naturschutznetzen um Schädlinge von den Kulturen fern zu halten. Ebenso dazu gehört die Anlage von Nützlings-/Blühstreifen, dauerhaften Hecken und „wilden Ecken“, welche zahlreiche (Nutz-)Insekten einen Lebensraum bieten und die biologische Vielfalt erhöhen. Der direkte Pflanzenschutz besteht zum einen aus dem Nützlingseinsatz, der sich jedoch überwiegend auf die Folienzelte beschränkt und aus gezielt zugekauften Nützlingen besteht. Zum anderen werden im Bioanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt wie z.B. spezielle Seifenlauge gegen Läuse.

Wie und mit was wird gedüngt? Welchen Anteil hat eigener Kompost?

Wichtig ist uns, auf Handelsdünger aus der konventionellen Massentierhaltung (z. B. Hornspäne, Blut-/Haar-/Horn-/Knochenmehl usw.) zu verzichten.
Die Grunddüngung erfolgt über den Anbau von Kleegras/Luzernegras und die Einarbeitung von Pferdemistkompost (der Pferdemist kommt vom benachbarten kleinen Pferdehof und wird kompostiert). Ernterückstände verbleiben auf den Flächen, werden eingearbeitet und haben eine Düngewirkung für die Folgekultur. Eigenes Pflanzenmaterial (im wesentlichen Tomaten-, Gurken-, Paprikapflanzen aus dem Folienzelt) hat allerdings nur einen geringen Anteil an der ausgebrachten Kompostmenge.
Eine gezielte und auf jede Kultur einzeln abgestimmte Düngung wird über Handelsdünger realisiert, z. B. gequetschte Ackerbohnen (vom bio-zertifizierten Schellehof in Struppen/Sächsische Schweiz), Schafwollpellets (von Schafen die auf Wiesen – zur Landschaftspflege – leben) und Kleegraspellets (KleePura, an der TU Dresden entwickelt).

Gibt es einen Plan für Ernteausfälle?

Ernteausfälle bei einzelnen Kulturen gehören zum gärtnerischen Risiko, durch die Vielfalt der angebauten Kulturen kann die Gesamtversorgung trotzdem gewährleistet werden. Bei größeren Ernteausfällen, z.B. durch heftige Witterungsereignisse oder Hochwasser muss gemeinsam entschieden werden, wie eine Versorgung gewährleistet werden kann.